Donnerstag, 15 11 2018

Welt-Klimakonferenz

Die Schule an den Auewiesen nimmt an Welt-Klimakonferenz teil

Stellen Sie sich vor, plötzlich Bewohner eines fremden, weit entfernten Staates zu sein und als Delegierter für die Welt-Klimakonferenz im Dezember in Paris verpflichtet worden zu sein. Unvorstellbar? Nicht für Schüler und Lehrkräfte der Schule an den Auewiesen in Malente.

Am Samstag passierte im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg genau dieses. Das Künstlerkollektiv Rimini Protokoll hat den Ablauf der mehrwöchigen Konferenz von 196 Staaten zu einer dreistündigen Simulation zusammengefasst. Als Teilnehmerschule am Projekt KlimaKunstSchule des bildungscent e.V. wurde der Besuch der Simulation ermöglicht.

Am Eingang des Theaters wurden die Besucher in Zweiergruppen einem Teilnehmerland zugelost. Es galt, dieses würdig zu vertreten und die Interessen des Landes zu verfolgen. Die Delegierten informierten sich in einer Broschüre über ihr Land. Für die Malenter waren es die Länder Nepal, St. Lucia, Paraguay, Vereinigte Arabische Emirate, Niger, Portugal und Tadschikistan.

In szenischen Darstellungen wurden klimatische Besonderheiten wie Dürre oder Gletscherschmelze erfahrbar gemacht. Die Teilnehmer trafen sich zu Strategiebesprechungen mit 18 echten Experten aus der Klimaforschung, der Politik und den gesellschaftlichen Organisationen. Auch der bekannte Klima- und Ozeanforscher Mojib Latif vom Geomar in Kiel stand Rede und Antwort.

In wechselnden Interessensgruppen, die nach Erdteil oder Klimabedingungen zusammengestellt waren, galt es Gleichgesinnte zu finden. Am Ende fassten die Delegierten einen gemeinsamen Beschluss. Zum Leidwesen aller erfüllte aber auch dieser nicht die Anforderungen der dringend notwendigen 2 Grad Grenze (maximale Erwärmung der Erde bis 2050).

Der Perspektivwechsel, der von allen Beteiligten vorgenommen werden musste, ist eine unschätzbare Erfahrung für das Verständnis der echten Klima-Verhandlungen und deren meist enttäuschenden Verabredungen.